Die erste urkundliche Erwähnung des "curtem" von Tornano stammt vom Juli 790, dem 17. Regierungsjahr von Karl dem Großen in Italien. Es scheint tatsächlich so gewesen zu sein, daß Tornano von drei  langobardischen Brüdern mit Namen Atroald, Adonald und Adopald dem Kloster San Bartolomeo in Ripoli (bei Florenz), das von deren Urgroßvater Adonald gegründet wurde, geschenkt worden ist.  Am 23. Januar 1167 nahm Kaiser Friedrich Barbarossa durch ein Dekret, das heute im Archiv in Brolio aufbewahrt wird, Warnellottus (Guarnellotto) aus Tornano alle seine Rechte über die Burgen von Tornano und Campi wegen der schweren Verbrechen, deren er sich "contra nostram coronam" (gegen unsere Krone) schuldig gemacht hatte. Guarnellotto war angeklagt, einen kaiserlichen Gesandten gefangengenommen zu haben. Die Burg wurde dem kaiserlichen General Ranieri di Berelingero übereignet. Bekannt war die Grausamkeit von Guarnellotto, der als Eigentümer von zwei strategisch höchst bedeutsamen Plätzen wie Tornano und Campi einer der Straßen mit höchstem Verkehrsaufkommen kontrollierte und mit brutaler Regelmäßigkeit die Reisenden auf dieser Straße ausplünderte. Aber Guarnellotto ignorierte das kaiserliche Dekret. Bei einem historischen  Treffen am 11. Dezember 1176 zwischen Siena und Florenz im Pfarrhaus von S. Marcellino in Avane wurde das südliche Chianti Florenz zugeschlagen und  Guarnellotto da Tornano, der bei diesem Treffen zugegen war, gab den Florentiner zu verstehen, daß trotz des Dekretes Tornano eindeutig unter seiner und jener von   Siena. Guarnellotto und seine Nachkommen konnten dem kaiserlichen Dekret weitere 16 Jahre trotzen, ohne ihre Freiheit zu verlieren, bis zum Jahre 1217. Am 4. Oktober dieses Jahres unternahm er einen schlauen politiken Schachzug: Er wechselte die Fronten und verkaufte das Schloß mit allen zugehörigen Besitztümern an den Bischof von Florenz. Nur acht Tage später übereignete der Bischof an Guarnellotto und seine Familie die verkauften Güter in Erbpacht, falls er dem Bischof und der Stadt Florenz den Treueschwur leiste. Die zahlreichen räuberischen Einfälle der Florentiner ins Umland von Siena entfachten einen Krieg zwischen den beiden Städten. IM Jahre 1230 besetzen die Truppen von Siena das Chianti  um Gaiole. Um Guarnellotto den Verrat (d. h. den fingierten Verkauf an den Bischof von Florenz) heimzuzahlen, beschlossen Sie dadurch Rache zu nehmen, daß sie Tornano unter den Augen des feindlichen Heeres, das bei Monteluco di Lecchi lagerte, überfielen. Indem Sie mit Leitern an der südlichen Mauer die Burg erklommen, nahmen sie diese in Besitz und Ranieri Pulce, der als erster die Mauer bestieg, bekam zum Lohne die Mauerkrone geschenkt. Die Sieneser unternahmen 1251 einen neuen und endgültigen Angriff auf die Burg und das war vermutlich die endgültige Kapitulation der Familie von Guarnellotto, die sich von da an endgültig in Florenz niederließ. Der Besitz von Tornano ging an die Familie Ricasoli Firidolfi über. Innerhalb der Mauern der Burg gab es eine alte Kapelle, die nun eine Pfarrkirche wurde, verbunden mit der Pfarrei S. Marcellino. Bei einer Volkszählung im Jahre 1427 zählte die Pfarrei von San Quirico in Tornano 32 Einwohner, die sich auf 5 "Feuerstellen" (d. h. Haushalte oder Familien) aufteilte. Während zweier Einfälle des Hauses Aragon in den Jahren 1453 und 1477, welche die Zerstörung oder Beschädigung der größeren Burgen unseres Teils des Chianti (einschließlich des mächtigen Brolio) nach sich zogen, wurde Tornano seinem Ruf als uneinnehmbare Festung gerecht, widerstand dem Angriff und wurde nie eingenommen.